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Nitzer Ebb

http://www.nitzer-ebb.de
http://www.myspace.com/nitzerebbmusic
[Livedates von Nitzer Ebb]
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Bon Harris, Douglas McCarthy und David Gooday aus Chelmsford/Essex waren Schulfreunde und gründeten 1982 die Band Nitzer Ebb. Man wollte eigene Musik machen und wurde auch von Bands wie Killing Joke, DAF, Malaria! und Die Krupps beeinflusst.
Da keiner von den Dreien ein Instrument beherrschte, sie aber trotzdem so schnell wie möglich Resultate sehen bzw. hören wollten, wurde als erstes ein Sequencer angeschafft, zumal man auf die damals noch neue elektronische Musik stand. Aus Abscheu gegenüber der damaligen britischen Musikszene wählte man einen kontinental-europäisch klingenden Namen, Nitzer Ebb (ein absolutes Fantasiewort mit dem deutschen "tz").

Die ersten musikalischen Gehversuche gingen sehr stark in Richtung DAF und frühe Krupps, nur noch eine Spur härter. Zu stakkato-artigen Sequencen schrie Douglas sich die Seele aus dem Leib. Während David und Bon Drums und Metallteile bearbeiteten, entstand eine sehr agressive, rhythmische und äußerst tanzbare Musik. Wer DAF-Hits wie Der Mussolini kennt, kann sich vorstellen, wie Nitzer Ebb damals klangen.

     

1985 kam die erste 12'' "Isn´t It Funny How Your Body Works" auf dem eigenen Label heraus und die darauf folgende Single "Warsaw Ghetto" wurde in den Clubs zum Hit. Daniel Miller von Mute Records wurde auf die blutjungen, z.T. noch nicht mal volljährigen Nitzer Ebb aufmerksam und die Single "Murderous" (1986) und das Album "That Total Age" (1987) wurden produziert.

Nitzer Ebb hatten es geschafft und waren auf dem selben Label wie Depeche Mode und in den Clubs der Renner schlechthin! Das Album "That Total Age" perfektionierte den eingeschlagenen Weg. NE klangen zwar immer noch unverkennbar nach den Vorbildern, man hatte aber das ganze auf ein neues Level gebracht. Für heutige Verhältnisse klingen Stücke wie "Let Your Body Learn", ebenfalls als Single ausgekoppelt, geradezu eingängig. Die letzte Single aus dem Album, "Join In The Chant", wurde dann sogar ein Hit in der damals frisch aufblühenden Acid House-Szene, obwohl NE nichts damit zu tun hatten.
Man hatte einen Narren gefressen an den drei Burschen, die live agressiv mit kurzrasierten Haaren, Shorts und Bundeswehrhemden auftraten und wie die Wilden auf Drums einprügelten. Das brachte ihnen leider den Vorwurf ein, dem rechten Lager anzugehören. Völliger Quatsch! Nitzer Ebb waren einfach zornige Kids, die versuchten, sich radikal vom Rest der vorherrschenden Musikszene abzusetzen. Im Rückblick waren sie, neben Front 242, der Prototyp einer EBM-Band.

1988 kam dann der Durchbruch in Deutschland. NE tourten im Vorprogramm von Depeche Mode. Kurz zuvor war David Gooday ausgestiegen, für ihn kam kurzzeitig der Vietnamese Nguyen. Das Publikum zeigte sich zum Teil geschockt, aber es gab auch auffallend viel Beifall.
1989 erschien das Album "Belief", welches NE als Duo aufnahmen. Der Minimalismus blieb, dennoch wirkte das Album etwas moderater und ausgefeilter und hatte mit "Control I'm Here", "Hearts & Minds" und "Shame" wieder drei supertanzbare Clubsmasher im Programm. Das Album geriet schlichtweg zum Meisterwerk, weil es abwechslungsreicher und auch ausgeglichener anmutete als das noch relativ einförmige "That Total Age".
Die folgende Tour wurde vor allem in Deutschland und Skandinavien zum Erfolg. Die Clubs waren ausverkauft und Nitzer Ebb rockten das Haus mit heftigen Electro-Beats.

1990 kam dann für viele NE-Fans ein Schock. Die Single "Lightning Man" erschien und zeigte Nitzer Ebb in einem ganz anderen Licht. Härte und Aggressivität waren geblieben, nur unterschwelliger. Dafür gab es Jazz- und Ragtime-Samples, die den Fans ziemlich aufstießen. Das dazugehörige Album "Showtime" bot zwar noch Kracher der alten Schule wie "Getting Closer" oder "Fun To Be Had", aber auch Electro-Blues-Tracks wie "One Man's Burden" oder "Nobody Knows". Die Fans waren irritiert, aber nach einiger Zeit übertraf der Erfolg von "Showtime" den von "Belief" noch um einiges und "Lightning Man" wurde sogar zu einem Liveklassiker bei den Konzerten der Band. Gewagt und gewonnen.

1990 tourten Nitzer Ebb wieder mit Depeche Mode, diesmal in den USA als Support der World Violation Tour. Zwischen beiden Bands war mittlerweile eine dicke Freundschaft entstanden und NE schafften auf dieser Tour nun auch den endgültigen Durchbruch in den Staaten. "Showtime" verkaufte sich hier gleich hundertausendfach!
War bei "Belief" eine deutliche Entwicklung zum Debüt "That Total Age" zu erkennen und "Showtime" wiederum ein Fortschritt mit Siebenmeilenstiefeln im Vergleich zum Vorgänger, setzten NE nun zum Quantensprung an. 1991 erschien zunächst die EP "As Is", mit vier Stücken von vier verschiedenen Produzenten. Dementsprechend vielfältig war "As Is". Das Hauptstück "Family Man", produziert vom Vorbild Jaz Coleman (Killing Joke), präsentierte harte Gitarrensamples und tuckernde Elektronik, während Douglas im Video seine neuen langen Haare zum Schock der Fans präsentierte. Das wunderschöne "Come Alive" wurde von Alan Wilder produziert.

Ende 1991 erschien dann das Album "Ebbhead", welches Nitzer Ebb facettenreich wie nie zeigte. Es war bei den alten Fans mehr als umstritten, weil man sich nach den alten Tagen des Electro-Stakkato-Gewitters sehnte. Dabei zeigten Nitzer Ebb auf "Ebbhead" ihre gesamte Brillianz und nahmen einiges vorweg, womit andere Bands Jahre später Weltstatus erlangten. Mit der Kombination von Rock und Elektronik wurden Nine Inch Nails später berühmt und ein Song wie "DJVD" war im Prinzip das, was Jahre später Prodigy zu Stars machte. Die Kombination von Dance und Rock mit Beats, die man heute Breakbeats oder Big Beats nennen
würde. Mit "I Give To You" und "Ascend" gab es auch zwei Electro-Pop-Songs. Obwohl umstritten, verkaufte sich "Ebbhead" vorallem in den USA über 250.000 mal und die Tour, die bis zum Sommer 1992 ging, versöhnte auch die alten Fans.
Nitzer Ebb waren im Endeffekt auf dem Zenit ihres Erfolges. Wieder gewagt und wieder gewonnen!

Dann kam eine lange Durststrecke. Die Aufnahmen zum Album "Big Hit" verzögerten sich immer mehr. 1995 wurde es dann endlich released. Wieder ein großer Schritt nach vorne. Man merkte dem Album aber bereits die Zerrissenheit der Band und die Probleme bei den Aufnahmen an. Mit dem noch gitarrenlastigeren und experimentelleren "Big Hit" Album konnten viele Fans gar nichts mehr anfangen. Obwohl auch hier fantastische Songs wie "Floodwater" oder "Hear Me Say" zu finden waren. "Big Hit" geriet zum Flop und zu der Tour kamen die Fans teilweise nur noch um, um die alten Hits abzufeiern. Dazu kamen zeitweise die immensen Stimmprobleme von Sänger Douglas.
Die Band war am Ende und löste sich nach der Tour sang- und klanglos auf, ohne dass es jemals eine offizielle Erklärung hierzu gegeben hätte.

Auf einem Sublabel ihrer alten Plattenfirma erschien im Jahr 2001 eine 12" Maxi mit Mixen der Tracks "Shame" und "Join The Chant". Die Mixe präsentierten sich im Technogewand, wobei allerdings die Grundstruktur des Titels erhalten blieb. Weitere 12" Maxis erschienen, diesmal mit Mixen von "Let Your Body Learn" und "Control I'm Here".

Und dann, 2006, nach jahrelanger Pause: das Comeback. Bon Harris und Douglas McCarthy entschlossen sich, wieder gemeinsam aufzutreten. Ihr erstes Reunion-Konzert fand auf dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig statt. Außerdem erschien das BestOf-Album „Body Of Work 1984-1997“. Seit dem Herbst 2007 ist auch Jason Payne, der bereits 1995 Mitglied von NE war, wieder dabei.

     
Foto & Biographie: Mit freundlicher Genehmigung von Headline Concerts
     

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